Auf der Grundlage von handschriftlichen Liebesbriefen aus dem 19.

In diesem dreiteiligen Vortrag soll zunächst das gleichnamige linguistische Forschungsprojekt am Zentrum für Kommunikation, Medien und Sprache der HHU Düsseldorf vorgestellt werden.Es werden Datengrundlage und entsprechende Problematiken (Onomasiologie versus Semasiologie; Beobachter-Paradoxon), angrenzende Forschungsbereiche (Literaturwissenschaft, Medienwissenschaft, Sozialpsychologie) und einige praktische Perspektiven (insbesondere im Schulunterricht) diskutiert. Jahrhundert sowie gegenwärtigen emails und SMS sollen im zweiten Teil linguistische Fragestellungen im Mittelpunkt stehen. Insbesondere soll hier auf Erklärungen des Metaphorik/Symbolik-Kontinuums in Liebesbriefen (Metaphern/Symbole als Meme) und auf texttypologische Befunde im Hinblick auf das Sub-Genre ‚Liebesbrief’ eingegangen werden Der dritte Teil konzentriert sich auf sprach- und sozialpsychologische Komponenten. Diskutiert werden soll die Frage, ob durch den offenkundigen medialen Wandel (vom handschriftlichen Brief zur Email und zur SMS) Form und Inhalt von Liebesbriefen verändert wurden.

Gleichzeitig gilt es auch zu Fragen ob dieser mediale Wandel auch sozialpsychologische Veränderungen in der Wahrnehmung und Ausübung kommunikativen Verhaltens bedingt. In diesem Fall könnten Liebesbriefe aufgrund prototypischer Charakteristika als Lackmus-Papier des Wandels fungieren.Studium der Anglistik, Germanistik, Philosophie, Linguistik, Chemie und Pädagogik an den Universitäten Düsseldorf und Edinburgh. M.A. in Anglistik und Germanistik, Dr. phil. In anglistischer Sprachwissenschaft. Lehre an den Universitäten Düsseldorf, Bonn, Wisconsin- Milwaukee. Zur Zeit wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für Engl. Datingplattform in der Schweiz www.partnerwinner.ch nach ihren Erfahrungen mit Cyberdating befragt, um kontroverse Perspektiven über die wahre Natur von Online-Beziehungen zu hinterfragen.Durch statistisch gesicherte Kenntnisse über die Einstellungen, Erwartungen und Vorstellungen der User wurden Einsichten in die Entstehungsmechanismen von Beziehungen online gewonnen: wie häufig und wie schnell entstehen Online-Beziehungen, welche Typen von Menschen (oder Gruppen von Menschen) dazu tendieren, im Cyberspace Kontakte zu suchen und zu knüpfen, wo sind die Grenzen zwischen dem On- und dem Offline-Leben.

Redaktorin bei der bedeutendsten Tages- und Wochenzeitung Bulgariens, der „Trud“ während der historischen Wende von 1989 und der turbulenten Zeit danach. 1993-1999 Studium der Soziologie, Sozialpsychologie und Sozial- und Präventivmedizin an der Universität Zürich.Arbeitsschwerpunkte: Medien- und Kommunikationssoziologie, Internetsoziologie, Identität im Cyberspace; Evaluation, Gesundheitssoziologie und Gesundheitspsychologie, Suchtforschung und Prävention.Die Präsentation wird in Form von (mediengestützten) Dialogen, folgender Frage nachgehen: Was bedeutet es, wenn die Sprache der Liebe sich der Medien(technologie) bedient? Liebe und Medien haben ein GemeinsamesDie Unerreichbarkeit des anderen, das Erleben von Distanz durch das Schaffen von Nähe sind ihr gemeinsamer Bezugspunkt und ihr Antrieb. Die Überbrückung der Ferne, die – wie jede Brücke – trennt, was sie vereint, ist der Liebe ebenso wesensmäßig wie den Versuchen gelingender Kommunikation.

Dennoch: Technische Medien wurden kaum jemals für Liebende entwickelt, sie entstanden stets im Kontext von Militär und Verwaltung. Geht man nun davon aus, dass der Gebrauch von Gegenständen und somit auch derjenige von modernen Kommunikationsmedien diesen nicht eingeschrieben ist, sondern vielmehr mittels verschiedener Formen von „Gebrauchsanweisungen“ und Interfaces diskursiv festgeschrieben wird, so erscheint sachwidriger Gebrauch als Dissidenz. Ist der Gebrauch von Kommunikationstechnologien, die kalten und heißen Kriegen entwachsen sind und nun dem Turbokapitalismus gute Dienste leistet, als Liebesboten eine solche dissidente Gebrauchsweise? Doch Achtung: Die „Sprache der Liebe“ ist kein Hort der Freiheit und Unschuld.Sie ist vielmehr, wie Roland Barthes gezeigt hat, stets nur denkbar im Spannungsfeld von ordnender und disziplinierender Funktion von Sprache (mit all ihren kulturellen Mustern und Festlegungen) und der eben daraus sich herauswinden wollenden Sehnsucht nach einem vordiskursiven Raum der Freiheit.