2.3.13.
Werbung
Mi
16 Uhr (S 2std h GH R M, Raum B 013)
Werbung
ist integraler und existenzieller Bestandteil der Medienwelt,
wird aber als eigentliches No Man's Land betrachtet, als ein nicht
ernst zu nehmender Medientext, der immer in Funktion der Werbe-Strategie
und der Werbe-„Botschaft“ steht oder der „das Produkt ins beste
Licht “ setzt. Es ist ein Text, dem man zusieht, wie er verkaufen
will. Daher scheinen die üblichen Regeln der Textualität nicht
zu gelten: Er ist anders. Dies macht ihn jedoch für die strukturelle
und narrative Analyse besonders interessant. Bisherige Arbeiten
zeigen, dass eine Werbesemiotik oder eine Werbetextlektüre, die
einzig und prioritär auf die Appell-Funktion abstützt, Werbung
heute nur ungenügend zu beschreiben vermag. Barthes spricht von
einer „Uneigentlichkeit“ der Sprache. Die Sprachwissenschaftlerin
Römer (1968) spricht von einer „fehlenden Sprachwirklichkeit“.
Im
Seminar sollen verschiedene Formen audiovisueller Werbung im Fernsehen
und im Internet (Werbespots, Sonderwerbeformen wie Product Placement
und “virale Werbung”) fokussiert werden. Diese soll in ihrer medialen
Materialität beschrieben werden: der Mischung von formalen Gestaltungsprinzipien
bestehend aus sowohl erzählenden und darstellenden Bildern (dramatisierte
Spotteile) sowie aus bewegten, nur spärlich animierten und unbewegt-grafischen
Bildern (nicht-dramatisierte Spotteile).
Neben
Fragen nach der Textstrukturierung stehen auch Fragen nach den
Geschichten in Zentrum, nach (den) Narrativen der Werbung. Im
Seminar soll versucht werden, die populären Geschichten die in
Werbetexten erzählt oder auch bloss angedeutet werden, in einen
weiteren kulturwissenschaftlichen Rahmen zu stellen.
Es
sind ausschließlich Studierende des Hauptstudiums teilnahmeberechtigt.
Voraussetzung
für den Erwerb eines Leistungsnachweises sind das vorgängige Studium
der einführenden Literatur und die Mitarbeit in einer der Arbeitsgruppen
(zur Vorbereitung und Durchführung eines Referats mit anschließender
Dokumentation der Diskussion) und die Anfertigung einer schriftlichen
Hausarbeit. Abgabefrist für die Dokumentation ist jeweils zwei
Wochen nach der betreffenden Sitzung.
Die
Hausarbeiten werden in Absprache mit der Dozentin geschrieben
und sollen bis zum 15. April abgegeben werden.
Hinweise
über die Seminarthemen und eine Literaturliste finden sich zu
Beginn der vorlesungsfreien Zeit auf der Kommentarseite zu dieser
Veranstaltung.
Wer
am Seminar teilnehmen möchte, melde sich bitte per E-Mail ( wyss@uni-koblenz.de
) an. Die Anmeldung kann ab sofort erfolgen. Die Zahl der
TeilnehmerInnen ist auf 40 Studierende begrenzt.
Seminarprogramm
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Datum
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Thema
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Basislektüre
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Besprechungstermin
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1
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31.10.
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Werbung
– Einführung |
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2
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7.11
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Werbung
vom Handlungstyp zur Weltkultur
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Willems
(2003) wird verteilt
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3
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14.11.
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Werbetexte
I: Die Werbeanzeige |
Janich
(2005, im Reader) |
7.11.
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4
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21.11.
|
Werbetexte
II: Radiospot |
Stöckl
(im Druck, im Reader) |
7.11
|
5
|
28.11.
|
Werbetexte
III: TV-Spot |
Stöckl
(2003, im Reader) |
14.11.
|
6
|
5.12.
|
Sitzung
fällt aus |
---------------
|
--------------
|
7
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12.12.
|
Linguistisch-kulturwissenschaftliche
Lektüre I: Roland Barthes |
Barthes
(im Reader) |
14.11.
|
8
|
19.12.
|
Linguistisch-kulturwissenschaftliche
Lektüre II: Naomi Klein |
Klein
(Kap. 1 – 5, im Reader)
|
21.11.
|
9
|
9.1.
|
Linguistisch-kulturwissenschaftliche
Lektüre III: Readings und Narrative |
Ayass
(2003, in Willems), Knoblauch /Raab (2003, in Willems),
Wyss (1998, ist im Apparat) |
21.11.
|
10
|
16.1.
|
Narrative
der Werbung I: Grimm (Kap. 1-3: Einführung, point of view)
|
Grimm
(im Apparat) |
28.11.
|
11
|
23.1.
|
Narrative
der Werbung II: Grimm (Kap. 4 und 5: Erzähler-Werbekommentator-Beziehung,
optische point-of-view-Strukturen) |
Grimm
(im Apparat) |
28.11.
|
12
|
30.1.
|
Narrative
der Werbung III: Grimm (Kap. 6 und 9: Narrativität und Typologie
der Erzähltexte) |
Grimm
(im Apparat) |
12.12.
|
13
|
6.2.
|
Populäre
Narrative: Product-is-hero (Anthropomorphes Produkt), Presenter/Testimonial,
Slice-of-Life |
Grimm
(Kap. 9), Wyss (1998, 196ff.), (beide im Apparat) |
12.12.
|
14
|
13.2.
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Hybride
Textualität: Virals und andere Formen von Mimikry |
Kortmann
2007 (im Reader) |
19.12.
|
a)
Lektüre zur Vorbereitung des Seminars:
Grimm,
Petra (1996): Filmnarratologie. Eine Einführung in die Praxis
der Interpretation am Beispiel des Werbespots. München. (=Diskurs
Film Bibliothek 10).
Willems,
Herbert (2002): Vom Handlungstyp zur Weltkultur: Ein Blick auf
Formen und Entwicklungen der Werbung. In: Willems (Hg.): Die Gesellschaft
der Werbung. Kontexte und Texte. Produktionen und Rezeptionen.
Entwicklungen und Perspektiven. Wiesbaden. S. 55-99.
b)
Weitere einführende Literatur:
Cook,
Guy ( 2 2001): Discourse of Advertising.
Janich,
Nina (2001): Werbesprache. Ein Arbeitsbuch. 2., vollständig überarbeitete
und erweiterte Auflage. Tübingen: Narr.
Römer,
Ruth (1968/repr.1980): Sprache der Anzeigenwerbung. Düsseldorf.
Schweiger,
Günter / Gertraud Schrattenecker (1995): Werbung. Eine Einführung.
Stuttgart: Fischer (= UTB 1370).
Sowinski,
Bernhard (1998): Werbung. Tübingen: Niemeyer.
Stöckl,
Hartmut (1997): Werbung in Wort und Bild: Textstil und Semiotik
englischsprachiger Anzeigenwerbung. Frankfurt am Main (u.a.):
Lang.
Willems,
Herbert (Hg.) (2002): Die Gesellschaft der Werbung: Kontexte und
Texte, Produktionen und Rezeptionen, Entwicklungen und Perspektiven.
Wiesbaden: Westdeutscher Verlag.
Wyss,
Eva L. (1998): Werbespot als Fernsehtext. Mimikry, Adaptation
und kulturelle Variation. Tübingen.
Zurstiege,
Guido (2005): Zwischen Kritik und Faszination. Was wir beobachten,
wenn wir Werbung beobachten, wie sie die Gesellschaft beobachtet.
Köln.
Beginn:
Mittwoch, den 31. Oktober 2007
>>
Im selben Semester bietet Prof. Dr. Michael
Klemm (Kulturwissenschaftliches Institut) eine Vorlesung (Di 14
Uhr) zum Thema Werbung an, die sich als Ergänzung zum Seminar
sehr gut eignet.
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