Dies betrifft nicht zuletzt den (emotionalen) Austausch zwischen Liebenden, und hier gerade unter dem besonderen Vorzeichen der Me diatisierung.

Die Sprache der Liebe kann vielmehr als einer jener „symbolisch generalisierten“ (Niklas Luhmann) Diskurse gelten, der gesamtgesellschaftliche Gültigkeit beansprucht und Normen (wie die symbolische Ökonomie der Zweigeschlechtlichkeit) deshalb besonders gut transportiert. Auch eine dissidente, weil liebes- statt informationshaltige Verwendung moderner Medientechnologien, steht deshalb nicht außerhalb gesellschaftlicher Strukturen und Wertungen: Im Zeitalter des Telefons galt die Weiblichkeit als kommunikationssüchtig, und doch: Welcher männliche Jugendliche will heute ohne Handy leben, ganz zu schweigen von chattenden Männermengen?

Solche Zuschreibungen können sich via symbolischer Umcodierung oder „subversiver“ Praktiken ändern, solange sich aber gesamtgesellschaftliche Strukturen nicht ändern, bleiben alternative Symbolsysteme Utopien und die Zuschreibungen wie sie sind (die Frau gilt nach wie vor als per se technikfremdes Wesen). Und damit werden diese auch zu erlebten Realitäten, die sich in jeweils unterschiedlichen Wahrnehmungsweisen von Technik UND Liebe manifestieren.

Privates und Intimes gelangen immer mehr in die Öffentlichkeit. Selbst wenn das nicht notwendigerweise bedeutet, dass sich die Trennung zwischen dem was öffentlich und privat ist auflöst, so werden doch die Grenzen verschoben Man denke nur an Formen der Internetkommunikation, bei denen Öffentlichkeit gar eine Art Bindungsfaktor für Intimes darstellt. Aktuelles Beispiel im Diskurs um Grenzverschiebungen ist die mobile Telefonie Findet diese an öffentlichen Orten statt, dann sind Dritte mit ins Kalkül zu ziehen, denn sie fungieren, ob sie es wollen oder nicht, als Mithörer, wenn auch nur des einen Teils des Gesprächs

Doch gibt es gleichwohl Grenzen des Austragens vom Privaten im Öffentlichen, die sich etwa in einem Rückzug in Kommunikationsnischen oder in mediale Anpassungen, wie beispielsweise der Verwendung des eher unaufdringlichen Short Message Service (SMS) zeig Schlussendlich sind hierbei soziale und kulturelle Differenzen mit zu denken. Das Private ist keine Konstante, weder his torisch noch kulturell. Das lässt sich auch auf die mobile Kommunikation beziehen: Momente der privaten und intimen Kommunikation via Handy sind eingebunden in soziale/kulturelle Kommunikationspraktiken.